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Selbstmord

Wir sind schon lange gestorben. Aber wir wollen es nicht wahrhaben.
Wir sitzen uns gegenüber mit modrigen Knochen und bei dem Versuch zu lächeln reißt ein Stück Haut von unseren Mündern ab.
Wir wollen uns berühren mit unseren Fingern aus Knochen, doch haben keine Nerven mehr um die Nähe zu spüren.
Und doch halten wir uns aneinander fest.

Wir wollen doch leben und erzählen uns Witze, doch der Tod klebt an uns und lässt uns nicht los. Aber wir lachen trotzdem und mehr Haut fällt aus unseren Gesichtern.
Wir fühlen uns nicht mehr, obwohl wir uns so eng umklammern. Da ist kein Hauch von Leben mehr, nur Staub, der in unsere Körper fällt.
Auf diesem Bett schlugen unsere letzten Stunden und wir wissen nicht einmal ob wir sie genossen haben. Unser Grab haben wir selbst gegraben mit der Anstrengung der immerwährenden Hoffnung.
Und immer noch halten wir aneinander fest.

Mein Griff lockert sich nicht, obwohl du mich nach unten ziehst. Tief hinein unter den Staub und ich höre deine Knochen brechen.
Und doch lässt du mich nicht los. Wir schauen uns in die Augen uns sehen nur schwarze Leere. Zum Trost wollen wir uns küssen, aber unsere Lippen fehlen. So stößt Schädel auf Schädel, aber auch das fühlen wir nicht mehr.
Wir sind gestorben bei dem Versuch uns zu leben. Aber wir halten aneinander fest.

Verknöchert, versteinert, starr und so leblos sind wir eng umschlungen in der Hoffnung dass wir es schaffen uns zu reanimieren. Wir halten aneinder fest und sterben jeden Tag ein bisschen mehr.
18.6.14 01:22
 


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