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Skizziert

Die Welt in schwarz und weiss, heute nur Skizze ohne Farben.
Ausmalen können dann die anderen. Mit den bunten Farben, die einem aus den Schaufenstern und Katalogen entgegen funkeln, aus dieser prächtigen, bunten Welt, die die unendlichen Möglichkeiten genau vorgibt.
Der schöne Schein, er lässt mich heute kalt. Mich, mit meinem Bleistift in der Hand vor diesem weissen Papier, das endlos scheint in seiner Leere, die aber zugleich Raum für Neues impliziert.
Und jeder Strich auf diesem Blatt nimmt die Möglichkeit für einen anderen.
Jede Linie gibt einen Weg vor. Der Radiergummi kann sie nie ganz auslöschen, ein schmierig grauer Streifen bleibt immer zurück, auf dem dann neue Linien gezogen werden.
Ich muss mich ja ausprobieren.
In schwarz-weiss und dem ganzen Grau dazuwischen. Den Schatten und Abstufungen.
Die Striche nehmen Kontur an, lassen etwas erkennen, was aber doch nie ganz sein kann, nie vollendet. Etwas, das immer nur Abbild bleiben wird.
Nachahmung des Lebens. In schwarzweiss. Wie trist.
Oder?
Ich will nicht die Farben der Waren übernehmen, dieses viel zu grelle Bunt, das trotzdem so verführerisch funkelt und so viel Wert verspricht für Bilder, die kein Weiss mehr enthalten, die überlaufen vor Farben. So viel Buntheit, dass man darin aufgesogen wird, darin verloren geht und sich nach schlichtem Weiss sehnt, nach nüchterner Eintönigkeit, während man vom Strudel der Farben nach unten gezogen wird, bis man selbst so bunt ist, dass man nicht mehr vom Hintergrund zu trennen ist.
Ich will einen großen Eimer Weiss, so viel Weiss, dass ich es über die Stadt schütten kann. So viel Weiss, dass es für eine neue Grundierung reicht, alles weiss.
Dann laufe ich durch die Straßen und verteile Bleistifte und Radiergummis an jeden, dem ich begegne und schaffe neue Möglichkeiten, die sich gegenseitig so wunderbar im Weg stehen, sich Chancen nehmen und wieder geben, jeder Strich ein neuer Weg, aber den Radiergummi immer einsatzbereit daneben.
So erscheint das Schwarzweiss gar nicht mehr monoton, während sich die Menschen ihr Leben zeichnen, Entwürfe anfertigen und wieder ausradieren, Linien nachziehen und durchstreichen mit neuen Linien und das alles ganz ohne Farbe, nur mit einem Stift. Und das wird so viel bunter, als es jemals mit Farbe sein könnte.
5.10.11 14:24
 


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