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Selbstmord

Wir sind schon lange gestorben. Aber wir wollen es nicht wahrhaben.
Wir sitzen uns gegenüber mit modrigen Knochen und bei dem Versuch zu lächeln reißt ein Stück Haut von unseren Mündern ab.
Wir wollen uns berühren mit unseren Fingern aus Knochen, doch haben keine Nerven mehr um die Nähe zu spüren.
Und doch halten wir uns aneinander fest.

Wir wollen doch leben und erzählen uns Witze, doch der Tod klebt an uns und lässt uns nicht los. Aber wir lachen trotzdem und mehr Haut fällt aus unseren Gesichtern.
Wir fühlen uns nicht mehr, obwohl wir uns so eng umklammern. Da ist kein Hauch von Leben mehr, nur Staub, der in unsere Körper fällt.
Auf diesem Bett schlugen unsere letzten Stunden und wir wissen nicht einmal ob wir sie genossen haben. Unser Grab haben wir selbst gegraben mit der Anstrengung der immerwährenden Hoffnung.
Und immer noch halten wir aneinander fest.

Mein Griff lockert sich nicht, obwohl du mich nach unten ziehst. Tief hinein unter den Staub und ich höre deine Knochen brechen.
Und doch lässt du mich nicht los. Wir schauen uns in die Augen uns sehen nur schwarze Leere. Zum Trost wollen wir uns küssen, aber unsere Lippen fehlen. So stößt Schädel auf Schädel, aber auch das fühlen wir nicht mehr.
Wir sind gestorben bei dem Versuch uns zu leben. Aber wir halten aneinander fest.

Verknöchert, versteinert, starr und so leblos sind wir eng umschlungen in der Hoffnung dass wir es schaffen uns zu reanimieren. Wir halten aneinder fest und sterben jeden Tag ein bisschen mehr.
18.6.14 01:22


If I had a heart

Du hast mir nicht das Herz geklaut.
Du hast es mir wieder gegeben.
Mit ihm den komischen Sinn für das Gefühl, den man in der Brust oder im Magen spüren kann.
Und ich weiss nicht, ob ich das gut finde. Nach all der Zeit der Abstinenz.
Die ganze Zeit ohne Herz. War doch gar nicht so verkehrt.
War doch eigentlich ganz schön so.
Aber jetzt ist es da. Geschenkt. Zurückgeben wäre unhöflich.
Doch mein Augenlid hört nicht mehr auf zu tropfen.
Herz ist da. Und die Wiedersehensfreude hält sich in Grenzen, während die Linien zwischen Vernunft und Gefühl verwischen.
Es ist da und ich will es wieder stumm schalten, leise, aus, verstauen in irgendwelchen Umzugskisten im Keller.
Falls es mal wieder in Mode kommt.
Aber es hält sich so hartnäckig fest in meiner Brust. Ich fühle es schlagen und manchmal fühlt es sich sogar gut an.
Das Gefühl, das von ihm ausgeht.
Richtig erfüllend und so warm, dass es bis in die Vernunft ausstrahlt und ein glückliches Lächeln auf meine Lippen zaubert.
Blütenstaubromanzen.
Meistens nervt mich das Pochen des Herzens aber.
Ich kann es hören, wie es von innen an der Schädeldecke widerhallt und würde es gern abstellen.
Denn manchmal schnürt es mir auch die Brust zu.
Es leidet auch viel zu oft und das schmerzt - wie unnütz!
Denn wenn es keinen Blütenstaub gibt, dann sehnt es sich danach. Will Sonne und die zarte Berührung, die das Lächeln verursacht.
Es rebelliert dann gegen die Abwesenheit... es pocht im Kopf und macht auf sich aufmerksam.
Kann nicht ruhig gestellt werden - und das nervt!
Weil es ohne so viel leichter wäre. Kein Hoch, kein Tief.
Manchmal, wenn es so stark schlägt, dann hoffe ich, dass es zerspringt.
Oder dass du es endlich wieder mitnimmst.
Und dass ich dann keine Phantomschmerzen bekomme.

If I had a heart - I would have a heartache
14.10.12 19:07


Will ich dich

Ich will dich nicht. Nicht für mich allein, nicht als mein.
Will nicht deine Liebe, will nicht dein Herz, will nicht deine Tränen und dein Glück.
Ich will dich nicht für immer und ewig und bis dass der Tod uns scheidet.
Aber ich will dich für den Moment.
Ich brauche dich nicht als meine bessere Hälfte, nicht als Teil von mir.
Ich brauche mich nicht als Teil von dir.
Doch will ich dich. Ich will deine Zeit, deine Leidenschaft, deinen Blick auf mir.
Ich will dich in meinem Bett, will deinen Körper.
Ich will dich nicht an meiner Seite, will mich nicht in deinen Armen.
Ich brauche nicht dein Mitgefühl, deine Hilfe.
Ich brauche dich mit mir. Mich mit dir. Als Momentaufnahme. Nackt bis auf die Haut.
Ich will dich - ansehen, mich an dir satt sehen.
Ich will deinen Geruch, aufgesogen in meiner Nase.
Ich will dein Verlangen, dich bei mir, deine Hand auf mir.
Ich will nichts mit dir. Will auf nichts hinaus.
Ich will leben. Leben genießen. Mit dir. Als Anderen.
Ich will deinen Moment. Und mich darin.
Will dich nicht für mehr. Will dich nicht für weniger.
Ich mag dich in meinem Moment.
Ich will dich in ihm genießen, in ihm haben und dich doch nicht besitzen.
Ich will dich nicht fürs Leben. Aber für ein besseres.
Ich will dein Jetzt in meiner Gegenwart.
Ich will, dass du meine Momente füllst. Nicht mit Erwartung, nicht mit mehr, sondern nur mit dir.
Ich will dich für mich, mich für dich.
Will ich dich?
Nein.
Und doch. Und doch nicht.
Will dich nicht für die Liebe, für ein Leben zu zweit in Hollywood.
Ich keine Rosen von dir, will keine Ringe, will nicht mal dein Versprechen - will nichts, was mehr ist. Als es ist.
Ich will dich als dich.
Will dich nicht als dich für mich.
Ich will und will dich nicht.
11.12.11 02:46


Smile like you mean it

Meinem Leben begegne ich mit einem Lächeln auf den Lippen.
Wie auch sonst? Ich finde, es steht mir. Das Leben und das Lächeln.
Also warum denn so ernst? Das sieht doch scheisse aus!
Lieber der Welt entgegen lächeln und ihr entgegen gehen mit offenen Armen und auf hohen Stiefeln mit Hüftschwung den Takt vorgeben.
Denn ich will dabei sein, mehr noch, ich will es erleben! Das Leben leben und nicht nur wohnen oder auf die Zukunft warten, denn sie wird mich nie erreichen.
Also bewege ich mich zum Beat aus der Box, bringe Schwung in mein Leben durch die Bewegung meiner Hüften, die sich mit einer Leichtigkeit der Musik anpassen, die so viel mehr ist als nur das.
Den Cocktail in der Hand und die Augen zu den anderen mit dem Lächeln auf den Lippen.
Es ist so leicht, so schön, so leben. Das ist das Gefühl, was ich brauche, die Erkenntnis des Selbstzwecks und dass es auch gar nicht mehr sein muss, um so viel mehr zu sein.
Für mich. Und mein Lächeln. Das doch immer aufrichtig ist, wenn auch manchmal verlegen, wenn auch manchmal ein bisschen versteinert.
Meistens aber strahlend und das....ist auch gut so.
Wie soll es auch anders sein?

Gimme Life for what I do!!
6.10.11 22:45


Skizziert

Die Welt in schwarz und weiss, heute nur Skizze ohne Farben.
Ausmalen können dann die anderen. Mit den bunten Farben, die einem aus den Schaufenstern und Katalogen entgegen funkeln, aus dieser prächtigen, bunten Welt, die die unendlichen Möglichkeiten genau vorgibt.
Der schöne Schein, er lässt mich heute kalt. Mich, mit meinem Bleistift in der Hand vor diesem weissen Papier, das endlos scheint in seiner Leere, die aber zugleich Raum für Neues impliziert.
Und jeder Strich auf diesem Blatt nimmt die Möglichkeit für einen anderen.
Jede Linie gibt einen Weg vor. Der Radiergummi kann sie nie ganz auslöschen, ein schmierig grauer Streifen bleibt immer zurück, auf dem dann neue Linien gezogen werden.
Ich muss mich ja ausprobieren.
In schwarz-weiss und dem ganzen Grau dazuwischen. Den Schatten und Abstufungen.
Die Striche nehmen Kontur an, lassen etwas erkennen, was aber doch nie ganz sein kann, nie vollendet. Etwas, das immer nur Abbild bleiben wird.
Nachahmung des Lebens. In schwarzweiss. Wie trist.
Oder?
Ich will nicht die Farben der Waren übernehmen, dieses viel zu grelle Bunt, das trotzdem so verführerisch funkelt und so viel Wert verspricht für Bilder, die kein Weiss mehr enthalten, die überlaufen vor Farben. So viel Buntheit, dass man darin aufgesogen wird, darin verloren geht und sich nach schlichtem Weiss sehnt, nach nüchterner Eintönigkeit, während man vom Strudel der Farben nach unten gezogen wird, bis man selbst so bunt ist, dass man nicht mehr vom Hintergrund zu trennen ist.
Ich will einen großen Eimer Weiss, so viel Weiss, dass ich es über die Stadt schütten kann. So viel Weiss, dass es für eine neue Grundierung reicht, alles weiss.
Dann laufe ich durch die Straßen und verteile Bleistifte und Radiergummis an jeden, dem ich begegne und schaffe neue Möglichkeiten, die sich gegenseitig so wunderbar im Weg stehen, sich Chancen nehmen und wieder geben, jeder Strich ein neuer Weg, aber den Radiergummi immer einsatzbereit daneben.
So erscheint das Schwarzweiss gar nicht mehr monoton, während sich die Menschen ihr Leben zeichnen, Entwürfe anfertigen und wieder ausradieren, Linien nachziehen und durchstreichen mit neuen Linien und das alles ganz ohne Farbe, nur mit einem Stift. Und das wird so viel bunter, als es jemals mit Farbe sein könnte.
5.10.11 14:24


your heart as a souvenir

Ich will dein Herz als Souvenir.
Ausgestellt in meiner Vitrine als Sammlerstück.
Dich vielleicht gleich neben dran, denn du bist ganz schön anzusehen, so wie Gott (oder wer auch immer) dich schuf.
Du würdest einen besonderen Platz erhalten neben dem anderen Kitsch.
Ich könnte dich aus der Vitrine holen und mit dir spielen, wann immer es mir beliebt. So wie ein Kind mit seinen Puppen.
Keine Angst, ich würde dir keine Kleider anziehen, ich will deinen Körper sehen, will ihn besitzen.
Das Herz schön poliert in der Vitrine daneben.
Du bist so schön für den Moment, so schön zu betrachten in diesem Schrank aus Glas. Mein Prachtexemplar.
Ich kann mich gar nicht satt sehen an deinem Glanz, wage kaum die Berührung deiner Porzellanhaut und will sie doch so sehr.
Will dich haben, ganz und gar besitzen, für mich allein; mein Schatz!
Deine Haut scheint süß wie Schokolade, zum Reinbeissen verführend, seidig, glatt und fest.
Wie ein Kind vor dem Süßwarenladen könnte ich mir die Nase an dem Glasschrank platt drücken, um mehr zu bekommen von deinem Anblick, um ihn mir einzuverleiben, eingebrannt in meine Sinne, so dass ich den Honiggeschmack schon fast auf meiner Zunge spüren würde.
Ich will dich bewundern durch das Glas, verehren, fast erfürchtig gefesselt sein, in die Kniee gehen vor deiner Schönheit und dem Hauch des Zerbrechlichen auf deinen starken Armen.
Ich würde dich mit den Augen ausziehen, wenn du nicht schon nackt wärst, würde dich mit Röntgenblicken durchleuchten, verinnerlichen.
Dich in meinem Schrank auszustellen, mit Blicken aufzufressen, dich haben, wann ich es will, während ich deinem Herz in der Vitrine einen Ehrenplatz gebe, es glänzend reibe und ausleuchte, um zu sehen, wie es schlägt.
Ich muss dich haben! Will dich besitzen! Du wirst meine Sammlung vervollständigen, wirst mir nie genug sein, ich werde nicht müde werden, dich zu wollen.


Komm raus und spiel mit mir!
27.7.11 16:24


Not talking about a revolution.

Wir reden nicht über Revolution.
Wie auch?
Es gibt doch kein Außen mehr.
Wir rauchen zu viel und sitzen hinter unseren Radlern.
Sitzen und reden. Sitzen und denken.
An die Welt, Moral und Vernunft - und dass das alles totaler Bullshit ist. Ist total sinnlos und deshalb so schön.
Wir diskutieren. Zu viel, zu laut, wir lachen. Vielleicht zu wenig, aber viel mehr als alle um uns herum, die uns wahrscheinlich für durchgeknallte Idioten halten.
Wir genießen die Zeit, wie sie gerade nicht existiert, während wir denken, reden, lachen, uns empören. Uns selbst genügen.
Und dabei die Welt im Kopf haben, die Liebe zur Weisheit in Gedanken und die Unterschiede auf den Lippen.
Und das Wissen um die Illusion dieser unserer Welt und dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Was soll uns denn da noch schocken?
Jeder hat seine Sparte, alle kommen unter, sind eingeordnet, vielleicht mehr Objekt als Subjekt, aber mein Gott, darum geht es uns nun wirklich nicht.
Wie wir da sitzen, Zeit verstreichen lassen ohne das Außen, ohne uns um die anderen zu kümmern, die so unfrei sind und uns deshalb für bekloppt erklären. Weil sie gar nicht so denken können wie wir. Natürlich sind wir außen vor mit dem Wissen darum.
Aber das interessiert uns nicht.
Es ist so scheissegal, was die anderen jetzt sind.
Wir müssen die Welt auch nicht analyiseren, auch wenn wirs manchmal versuchen. Wir müssen die Liebe gar nicht erklären, auch wenn wir sie vielleicht gern verdoppeln wollen, vielleicht gern außen vor lassen wollen.
Spielt es eine Rolle? Ja klar. Natürlich kommt es auf den Inhalt an, aber wie genießen doch auch besonders diese Form.
So abseits von Funktion.
Oh nein, wir reden nicht über Revolution. Wir reden über das Leben. Wie es wirklich sein sollte. Es braucht kein Außen mehr.
Und wir sind drin und leben. Die anderen schauen neidisch und verständnislos zu.
21.6.11 21:09


Erinnerung an die Wolke

Weisse Wolken.
Ungeheuer oben.
So, wie sie immer sind.
Weit weg von mir.
Und doch das einzige, woran ich mich erinnere,
wenn man mich fragt, was mit der Liebe sei.

Doch gewiss, ich weiss schon, was du meinst.
Aber ich erinnere mich nicht.
Nicht an die Liebe. Nur an die Wolken.
Wie sie vorbei ziehen, kommen und gehen.
Im endlos blauen Himmel, der der Hintergrund von allem ist.
Das Ende von allem, ohne den man die Wolken nicht denken kann.
Aber wo führt einen das hin?
Außerhalb von Gestalttheorie und dem angeblich tollsten Liebesgedicht, dass eigentlich nur die Erinnerung an die Wolke ist,
nicht an die Marie A.

Aber immerhin wird ihr Name noch genannt.
Ich weiss keine Namen, ich sehe die Wolken. Immernoch so oben.
Vor einem blauen Himmel.
Wolken hinter der Geräuschkulisse der Stadt, nicht im September, ohne Liebe in den Armen.
Aber das ist gar nicht dramatisch. Es ist, was es ist. Nicht?
Oder was es nicht ist.

Die Wolke, weiss und oben.
Nicht mehr da.
Mehr weiss ich nicht.
Die Zeiten ändern sich
und Erinnerung verblasst.
Den Kuss aus der Nacht, ich hätte ihn vergessen.
Aber erinnere mich. An die Illusion.
Und weisse Wolken, die zu weit oben sind.
Zu weit oben, als dass sie mir meine Vernunft vernebeln könnten
und mich alles andere vergessen lassen könnten.
So, dass ich nicht mehr weiss, was du meinst, wenn du fragst,
sondern fühle.

Und die Erinnerung... ist vielleicht auch nicht so wichtig.
Kann ruhig verblassen.
Platz schaffen, für weisse Wolken.
Nicht mehr ganz so oben, sondern greifbar nah.
Das wusste bestimmt auch Brecht.
20.5.11 12:04


Stare at the sun

Die Parkbänke sind voll mit Leuten, die in die Sonne schauen, hoffen und glauben.
Sie hoffen auf die wahre Liebe, den privaten Aufstieg, den großen Erfolg, das noch größere Glück. Die Sonne wärmt so schön und das macht das Glauben leicht.
Die, die nicht mehr hoffen, trinken. Ein paar Bier, sonnengewärmt, lassen sie vergessen, dass sie nicht mehr hoffen. Sie betäuben ihre Taubheit.
So oder so, alle sitzen da und genießen die Illusion. Jeder auf seine Weise.
Die einen glauben an die bessere Welt in der gegebenen. Die anderen flüchten vor dem Wissen, dass die bessere Welt nicht existiert. Nicht für sie, nicht für die Jünger des kapitalistischen Glaubens, nicht für irgendjemand.
Für die einen ist das Sitzen auf der Parkbank ansich schon ein Stückchen bessere Welt in der jetzigen, ein Stück Freizeit, ein Stück Nicht-Arbeit; denn wie soll man das schon positiv definieren?
Die anderen kennen diese Verdopplung der Wirklichkeit nicht. Brauchen keine Arbeit und Freizeit, denn sie wissen nicht mal mehr wo sie das Geld für ihr Bier her hatten.
Die einen fühlen die Sonnenseite des Lebens in greifbarer Nähe, auf ihrer Haut.
Den anderen ist das Wetter scheissegal.
Die einen sitzen in der Sonne und fühlen sich frei, die anderen haben sich da längst ausgeklinkt.
Die einen sitzen und hoffen (auf den Anfang der besseren Zeiten), sitzen und warten (auf den 3ten Ehemann, den heimlichen Geliebten, die vermeindliche große Liebe), sitzen und bilden sich ein, sitzen und reden sich ein.
Definieren sich, über das was sie nicht sind und sind sich nicht mal sicher, ob sie sidn wie sie wollen, wie sie sollen, sie man ist.
Die anderen definieren gar nichts mehr, haben das schon lange hinter sich gebracht.
Sie haben aufgehört, darüber nachzudenken, denken nicht mehr, sondern trinken.
Sie trinken und haben alles vergessen.
Die einen aber trinken, wenn sie trinken, um alles zu vergessen. Und werden jeden Morgen danach umso stärker daran erinnert.

Die einen und die anderen... und übrig bleibt die Frage, unter welcher Sonne es sich besser sitzen lässt.
22.4.11 16:32


Wäre wenn

"Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen." sagte einst Wittgenstein.
"Was möglich wäre, ist nicht möglich." sagt Adorno.
Und zumindest Adorno hat recht. Hat sowieso immer Recht.
Der schöne Konjunktiv.
Hätte und wäre und wenn und falls.
Aber es ist nicht und es wird nicht.
Wie wir es gerne hätten, wie es vielleicht sein sollte. Denn das ist nicht wahr.
Es ist Fiktion, eine schöne Illusion, ein bisschen Glitzer im Immergleichen.
Etwas, dass wir uns einreden können, bis es so real erscheint.
Schein. Ideologie. Was wärest du ohne sie?

Konjunktiv, du bringst mich nicht voran.
Aber zwischenzeitlich mag ich dich ganz gern. Wenn du Platz für meine Illusionen schaffst, Platz für ein Lächeln in diesem grauen Alltag, dieser permanenten Wiederholung.
Also was wäre wenn?
Wenn die bessere Welt mehr als möglich ist? Wenn sie so greifbar nah ist, dass man die Berührung beinahe fühlt. Fühlen könnte, denn sie ist nicht. Nein.
Sie wird nicht.
Besser, neu, aufregend, romantisch gar.
Bullshit!
Es bleibt der gleiche triste Alltag... Der Schein verpackt ihn in Feenstaub und bläst ein bisschen Gold durch die Luft, aber eigentlich wirbelt er nur Staub auf.
Und doch...manchmal, nur manchmal, brauche auch ich diesen Goldstaub, will ihn, will, dass er mich einhüllt.
Denn nur zu diesem Augenblick hin würd ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
18.4.11 02:20


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